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Erntedank - An meiner früheren Wirkungsstätte im Kölner Land war der Dank für die Ernte noch greifbarer. Dort gehörten Mähdrescher, Traktoren, Felder, Gemüsegärten zum Alltagsbild. Es wird zunehmend schwerer, bei allem Überfluss in den Supermärkten noch ein Gefühl dafür zu haben und zu danken, dass Gott alles wachsen und gedeihen lässt.

Aber nehmen wir eine andere Perspektive ein: Einmal Gott dafür zu danken, was er in jedem von uns wachsen lässt! Gott lebt vom gegenüber und wir (er)leben Gott im Gegenüber. Kann nicht „Erntedank" sein, die uns von Gott gegebenen Talente mit Leben zu füllen, für den anderen und für Gott?

Eins der ersten Geräusche, die wir hören, wenn wir im Frühling oder Sommer früh aufwachen, ist das Singen der Vögel. Abgesehen von allen biologischen Erklärungen ist dieses Singen aus der Sicht der Bibel zutiefst „theologisch“. Die Schöpfung singt. Sie ist dazu geschaffen worden zu singen und die Schönheit und Größe ihres Schöpfers zu reflektieren und zu verkünden.

Auch auf allen Wand- und Höhlenmalereien sind singende oder musizierende Menschen dargestellt. Die Musik galt immer als Gabe der Götter und gilt in den meisten Kulturen als Band zwischen Himmel und Erde.

So ist (mit einem Augenzwinkern Ihres Kirchenmusikers) Singen auch eine Form des Erntedankes. Singen als Ausdruck des Dankens an Gott, aber auch Dank, dass Gott mir eine Stimme zum Ausdruck meines Dankens gegeben hat.

Und nicht zuletzt ist Singen gesund. Es verbessert die Haltung, stärkt unsere Abwehrkräfte, bringt den Kreislauf in Schwung und macht glücklich. Also lassen Sie uns wieder mehr singen, damit wir gesünder, glücklicher und ausgeglichener werden, friedlicher miteinander und ein Stück Himmel auf die Erde holen.

Unsere Chöre geben Ihnen Gelegenheit dazu!


Peter Bonzelet