Neues Jahr, neues Glück

Der Jahreswechsel liegt bei uns nun schon einige Woche zurück, das chinesische neue Jahr beginnt erst in zwei Wochen, das neue Kirchenjahr hat schon mit dem ersten Advent begonnen. Im südlichen Pazifik wird erst im Juni Neujahr gefeiert und in Äthiopien im September. So unterschiedlich die Neujahrtage auch sind, erinnern sie uns doch daran, dass Altes beendet und Neues beginnt. In diesem Jahr erschienen nicht so viele Raketen am Himmel, die Marzipanschweine, Schornsteinfeger und Kleeblätter waren aber allgegenwärtig. Die Sehnsucht nach Glück im neuen Jahr ist groß. Mit dem Jahr 2021 wollen wir nur zu gerne auch die ständig präsente Pandemie abhaken und endlich Neues einleiten. Der Prophet Jesaja bekräftigt uns mit seinen Worten: „Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun. Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt?“ [Jes 43,19] Ich wünsche es mir so sehr, dass diese Worte stimmen, fast so wie beim letzten Jahreswechsel, nur ist die Hoffnung in diesem Jahr noch ein bisschen weniger geworden. Wieder einmal keine Urlaubsplanung möglich, große Familienfeiern, runde Geburtstage und Feste wie Hochzeiten und Taufen ungewiss. Alle Aktionen, Freizeiten und Gruppenstunden in der Jugendarbeit können zwar geplant werden, ob sie durchgeführt werden können, ist unklar. Wieder einmal heißt es: auf Sicht fahren. Es liegt nahe erstmal vieles ruhen zu lassen, nicht zu planen, damit nicht später Planungen für den Papierkorb gemacht wurden. Doch eine echte Lösung ist das natürlich nicht. Ich habe diesmal keinen guten Vorsatz fürs neue Jahr gemacht, stattdessen versuche ich weniger zu planen, weniger in die Zukunft zu blicken und ganz im jetzt und hier zu sein. Das Glück, welches da ist, zu genießen und nicht an einem unsicheren Glück zu bauen. Die kleinen Aktionen planen, die umgesetzt werden können. Ich suche nach Wegen, Jugendarbeit zu tun, ohne von der Pandemie ausgeknockt zu werden.  Ich versuche die Gedanken an das Neue nicht mit dem Alten, das nicht gut war, zu verbinden. „Neues Jahr und neues Glück und zwar jetzt.“ Es kommt mir schwer über die Lippen, scheint aber eine Lösung zu sein: optimistisch und vorsichtig, fröhlich und behutsam, aktiv und zurückhaltend.

 

Olivia Klose

Gemeindereferentin