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Worte zum Abschied

Paul Kammerinke
Datum:
5. Aug. 2022
Von:
Pfarrvikar Paul Kammerinke
Sag beim Abschied leise Servus….!

Nun ist sie also da, die Zeit, mich anlässlich meines Eintritts in den Ruhestand, von Ihnen offiziell zu verabschieden. Ganz überraschend kommt sie weder für Sie noch für mich. Hinweise gab es schon seit einiger Zeit. 5 Jahre früher als von Priestern erwartet, werde ich bereits mit „erst 65“ Jahren Pensionär. Für meine Generation in vielen Berufen noch die Regel. Mittlerweile gilt für die ab 1964 Geborenen 67 Jahre. Gesundheitliche Probleme machten diesen Schritt jedoch jetzt notwendig. Insgesamt waren es 34 Berufsjahre, in denen ich als Diakon, Kaplan, Schul- und Krankenhausseelsorger tätig war.

Als ich am 15./16. Oktober 2011 von Pfarrer Behr in den Gottesdiensten in St. Andreas, St.Bonaventura, Hl. Kreuz als Pfarrvikar vorgestellt wurde, ahnte ich noch nicht, dass mein aktiver Dienst einmal nach fast 11 Jahren hier enden würde. Beim Start wirkte das Wetter auf mich nicht sehr einladend. „Wer was auf sich hält, kommt in RS mit dem Regenschirm zur Welt.“ Seitdem haben mich diese aufmunternden Worte von Frau Barenberg bei dem hierzulande häufig nassen Wetter stets getröstet. In der damaligen herbstlichen Jahreszeit wirkten die Schieferhäuser auf mich noch dunkler als sonst. Im Laufe der Zeit lernte ich jedoch Menschen kennen, die sich für mich als wahre Lichtblicke erwiesen. Als gebürtigem Kölner fiel es mir wohl auch nicht allzu schwer, mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch zu kommen. Im seelsorglichen Dienst wie auch bei informellen Begegnungen. Beim Einkaufen wie auch auf der Straße. Mit bergischen „Donnerköppen“ wie auch mit Menschen aus dem polnischen Sprachraum. Als liberalem Rheinländer blieben mir jedoch so manche Frömmigkeitsformen östlich von Oder und Neiße beheimatet wesensfremd. Ich denke, mit dem Bemühen gegenseitiger Toleranz ist es uns jedoch gelungen, miteinander zurechtzukommen. Von zahlreichen und sehr unterschiedlichen Menschen wurde mir in all den Jahren großes Vertrauen entgegengebracht. Ein kostbares Geschenk, für das ich sehr dankbar bleibe. Meine pastoralen Dienste möchte ich im Einzelnen nicht weiter aufzählen. Doch bedeutsam ist mir, festzuhalten, dass eine Anzahl der Menschen, die ich bei freudigen wie auch traurigen Anlässen begleitete, in meinen Erinnerungen Spuren hinterlassen. Neben so manchen Herausforderungen -nicht nur coronabedingte- gab es ebenfalls für mich recht bewegende Momente, und es gibt sie bis heute.

Liebe Leserin, lieber Leser, viele von Ihnen haben mir häufig deutliche Zeichen Ihrer Wertschätzung geschenkt, auch dafür möchte ich Ihnen von Herzen Danke sagen!

Da ich beabsichtige, in Lennep noch wohnhaft zu bleiben, könnte es tatsächlich passieren, dass wir uns so schnell nicht aus den „Augen verlieren“.

Doch für heute sage ich erst einmal mit aufrichtigem Dank Servus!

Ihr Paul Kammerinke, ab 01. 09. 22, Pfr. i. R.