Die Pfarrgemeinde braucht einen Rat, den Pfarrgemeinderat

Jürgen Behr

Im November 2009 wurde erstmals ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat (PGR) gewählt. Zum ersten Mal hatten wir, ganz offiziell, ein gemeinsames Mandat für alle Gemeindemitglieder in unserer einen Gemeinde "St. Bonaventura und Hl. Kreuz".

Zusammen mit dem Pfarrer und den anderen hauptamtlichen Mitarbeiter(inne)n soll der PGR für unsere Gemeinde „St. Bonaventura und Hl. Kreuz“ für Leben und Wirken unserer Gemeinde sorgen. Der PGR berät und entscheidet zusammen mit dem Pfarrer über alle wichtigen Fragen, die die Gemeinde betreffen. Hier bestimmen also von der Gemeinde gewählte Vertreter/innen die Geschicke unserer Gemeinde mit. Der Pfarrgemeinderat ist der Ort, an dem sich der synodale Weg (synodos, griech.: gemeinsamer Weg) in der Gemeinde verwirklicht.

Gemeinsam nehmen wir die Verantwortung des gesamten Gottesvolkes für die Sendung der Kirche wahr. Das heißt: Fragen, die wichtig sind für das Gemeindeleben, werden gemeinsam diskutiert, beraten und entschieden. In der Synodalordnung heißt es: "Der Pfarrer und die übrigen Mitglieder informieren sich gegenseitig als Dialogpartner, beraten über alle Angelegenheiten der Gemeinde, fassen gemeinsam Beschlüsse und tragen gemeinsam Sorge für deren Durchführung." Bei seelsorglichen Aufgaben hat der Pfarrgemeinderat eine unterstützende und beratende Funktion.

Welche Aufgaben hat der Pfarrgemeinderat?
Laut Synodalordnung beinahe unendlich viele: von der Jugendarbeit bis zur Liturgie, vom Besuchsdienst bis zur Öffentlichkeitsarbeit, von der Eine-Welt-Arbeit bis zur Ökumene, Hinführung zu den Sakramenten, Caritas, Liturgie, Jugendarbeit, Ehe- und Familienpastoral, Seniorenarbeit, Feste und Feiern. Eine der wichtigsten Aufgaben des Pfarrgemeinderats ist es, die Schwerpunkte für die pastorale Arbeit in der eigenen Gemeinde setzen. Der Pfarrgemeinderat wird versuchen, Mitstreiter/innen für die jeweiligen Projekte zu gewinnen.

Der PGR gestaltet das Leben und die Entwicklung der Pfarrgemeinde aktiv mit. Er trägt mit dem Pfarrer die Verantwortung für die seelsorgliche und caritative Arbeit in der Pfarrgemeinde und setzt inhaltliche und strukturelle Akzente.

Was bleiben will, muss sich ändern!
Wo Menschen miteinander leben und glauben, ist es notwendig, sich immer wieder auf Neues einzulassen. Die katholische Kirche verändert sich mehr und mehr. Alle Gemeinden sind gefordert, auf die Veränderungen im gesellschaftlichen Umfeld zu reagieren und den Menschen in ihrem Lebenskontext den Glauben näher zu bringen. An diesem Veränderungsprozess sind die Pfarrgemeinderäte beteiligt. So haben wir im Herzen der Lenneper Altstadt einen Lotsenpunkt eröffnet. Die Aufgabe des Lotsenpunktes kann man am besten so beschreiben: Er soll ein Bürgerbüro von der Kirche für alle Menschen in unserer Stadt sein. Der Lotsenpunkt liegt im Herzen der Altstadt und soll die Herzen der Menschen erreichen. Gemeinsam suchen wir nach Wegen, die Botschaft Jesu Christi im Leben der Menschen zu verwurzeln.

Dazu wünsche ich allen gewählten Mitgliedern des PGR Gottes guten Segen.

Ihr Pfr. Jürgen Behr

 

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